Ablehnung der Berufskammer

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Ablehnung der Berufskammer

13. Februar 2009 | 
Mehrzahl der Physiotherapieverbände lehnt Berufskammer ab.

VPT – Verband Physikalische Therapie e.V. – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe

IFK – Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten e.V.

VDB–Physiotherapieverband e.V. – Berufs- und Wirtschaftsverband der Selbständigen in der Physiotherapie

Die Berufsverbände IFK, VDB und VPT repräsentieren die Mehrzahl der ambulanten Physiotherapie- und Massagepraxen, der Rehabilitations- und Kureinrichtungen sowie der medizinischen Badebetriebe in Deutschland. Die Mehrheit der Physiotherapeuten/Krankengymnasten sowie Masseure und med. Bademeister lehnt die Schaf-fung einer Kammer für ihre Berufsgruppen ab.

Die Verkammerung würde aus der Sicht der selbständigen Therapeuten als Zwangsjacke empfunden. Sie würde Zwangsmitgliedschaft, Beitragspflichten und unnötige bürokratische Belastungen bedeuten. Die vom ZVK in der Ärzte-Zeitung vom 10. Februar 2009 angedachte gemeinsame Kammer für selbständige und angestellte Therapeuten und für angestellte Pflegekräfte würde zudem zwei vollkommen unterschiedliche Berufsgruppen unter ein Dach zwingen.

Den Mehrwert einer Kammer hat noch niemand überzeugend dargelegt. So bedarf es nicht der Sanktionierung beruflicher Verfehlungen durch eine Kammer. Bei der Arbeit der Therapeutinnen und Therapeuten steht der Patient stets im Mittelpunkt. Sie nehmen ihre umfangreichen beruflichen Pflichten, deren Missachtung auch heute schon gesetzlich sanktioniert wird, sehr ernst. Die Praxen und Einrichtungen sind ganz überwiegend zur Leistungserbringung für Versicherte der Gesetzlichen Kran-kenversicherung zugelassen. Gesetze, Richtlinien und die Verträge mit den Gesetzli-chen Krankenkassen über die Leistungserbringung sichern eine hohe Qualität der Behandlungen und sehen alle notwendigen Sanktionen zur Absicherung des hohen Niveaus vor.

Die Berufsverbände IFK, VDB und VPT vertreten die Interessen der selbständigen und angestellten Therapeuten gegenüber der Politik und den Gesetzlichen Krankenkassen sowie deren Verbänden. So ist es den in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Heilmittelverbände (BHV) organisierten sechs Berufsverbänden erst kürzlich gelun-en, den Gesetzgeber zu überzeugen, eine Schiedsregelung für Vertragsverhandlungen zu verabschieden, die am 1. April 2009 in Kraft treten wird. Zugleich bieten IFK, VDB und VPT ihren Mitgliedern umfangreiche Fortbildungs- und Weiterqualifizie-rungsmaßnahmen sowie Qualitätssicherungsinstrumente an, die von den Berufsangehörigen gut angenommen werden.

Vor diesem Hintergrund bedarf es keiner weiteren bürokratischen Organisation. Sie könnte keinen Beitrag zur Sicherung der Qualität der Arbeit der Physiotherapeu-ten/Krankengymnasten sowie Masseure und med. Bademeister leisten, der über das hinausginge, was Rechtsvorschriften, Verträge und verbandliche Strukturen heute schon leisten.