ARD report München stellt Physiotherapeuten unter Generalverdacht

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ARD report München stellt Physiotherapeuten unter Generalverdacht

04. Dezember 2014 | 
Am Dienstag, den 2. Dezember berichtete report München unter dem Titel „Das Geschäft mit den Schmerzen“ über angeblich dubiose Geschäftspraktiken von Physiotherapeuten und bemängelte völlig sachverstandslos die vermeintlich schlechte Qualifikation von Masseuren und med. Bademeistern, die sich zum Physiotherapeuten weiterqualifiziert haben.

In der Sendung wurden auch zwei Vorstände der Physiotherapieverbände IFK und ZVK interviewt. Aufhänger des report-Beitrags waren private Zusatzleistungen, die in Physiotherapiepraxen abgegeben werden.

 

Durch die gesamte Sendung zog sich fehlender Sachverstand, miserable Recherchearbeit und einseitige Berichterstattung. Es sollte offenbar von vornherein ein reißerischer Bericht produziert werden, der durch eine faire und gründliche Recherchearbeit so nicht zustande gekommen wäre.

 

Der VPT distanziert sich in dem Zusammenhang klar von schwarzen Schafen, die es leider in jeder Branche gibt. Es ist völlig richtig, dass die Koppelung von Kassenleistungen an private Zusatzleistungen ein Vertragsverstoß ist, der geahndet werden kann. Es ist aber auch klar, dass therapeutisch sinnvolle Leistungen, die durch eine gesetzliche Krankenkasse nicht bezahlt werden, von der überwiegenden Anzahl der Patienten gerne und freiwillig in Anspruch genommen werden. Denn das Therapiespektrum, was die gesetzliche Krankenversicherung finanziert, ist längst nicht umfassend. Die moderne Medizin bietet weitaus mehr therapeutische Möglichkeiten, als Krankenkassen mit ihren Kassenleistungen abdecken.

 

Von völligem Unwissen geprägt war auch die Behauptung von report München, dass „medizinische Bademeister“ (hier wurde nicht einmal die korrekte Berufsbezeichnung recherchiert) sich zum Physiotherapeuten weiterbilden und diese Physiotherapeuten dann weniger qualifiziert wären. Diese infame Behauptung wird der VPT zum Anlass nehmen und sich beim Deutschen Presserat beschweren.

 

Mit der tendenziösen Berichterstattung hat report München einen ganzen Berufsstand unter Generalverdacht gestellt. Schwarze Schafe dürfen nicht geschützt werden, aber die ehrlich und verantwortungsvoll arbeitende Mehrheit der Physiotherapeuten darf einen Schutz vor „Sippenhaft“ für sich beanspruchen! Gerade das öffentlich rechtliche Fernsehen sollte sich einer ausgewogenen und objektiven Berichterstattung verpflichtet fühlen, denn es finanziert sich mit den Rundfunkbeiträgen der gesamten Bevölkerung. Die Aussagen des Fernsehbeitrags sind geeignet, eine komplette Branche zu diffamieren und deren Ruf zu schädigen.

 

Sehr erfreulich sind die vielen Meinungen und Beiträge in dem Blog zur Sendung, in denen die wenig sachkundige und einseitige Berichterstattung ebenfalls kritisiert wird:

http://blog.br.de/report-muenchen/2014/9015/grauzone-physiotherapie-das-geschaeft-mit-den-schmerzen.html

 

Wir rufen ausdrücklich dazu auf, sich an dem Blog zu beteiligen und report München die rote Karte zu zeigen!