Reaktion der Bundesregierung zur Modellklausel für berufsqualifizierende Gesundheitsstudiengänge enttäuscht

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Reaktion der Bundesregierung zur Modellklausel für berufsqualifizierende Gesundheitsstudiengänge enttäuscht

21. September 2016 | 
Statt Fakten zu schaffen, soll die Modellklausel um 10 Jahre verlängert werden.

Nun hat das Bundeskabinett dem lang erwarteten „Bericht über die Ergebnisse der Modellvorhaben zur Einführung einer Modellklausel in die Berufsgesetze der Hebammen, Logopäden, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten" des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zugestimmt. Die Kabinettsfassung wird noch an Bundestag und Bundesrat weitergeleitet.

 

Begründet auf den 25 berufsqualifizierenden Modellstudiengängen, die fristgerecht zu Ende letzten Jahres evaluiert wurden, stellt das BMG positiv fest: „übereinstimmend kommen alle Auswertungen zu dem Ergebnis, dass es dauerhaft wünschenswert und machbar ist, primärqualifizierende Studiengänge für die vier beteiligten Berufsgruppen einzurichten“.

 

Vollkommen rätselhaft ist aber die Konsequenz, die das BMG und nun auch die Bundesregierung ziehen, nämlich eine Verlängerung des Schwebezustandes um weitere 10 Jahre, statt die notwendigen Schritte für eine dauerhafte Verankerung des Studiums in den Berufsgesetzen zu machen. Dass sich das Ministerium zu einer Verlängerung der Modellklausel und nicht zu einer Verstetigung der hochschulischen Ausbildung der Therapieberufe in den Berufsgesetzen entschlossen hat, ist angesichts der positiven Evaluationsergebnisse vollkommen unverständlich. Somit wird die überfällige Weiterentwicklung der Therapieberufe, die einen Baustein zur Lösung der anstehenden Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung Deutschlands darstellen, weiter unnötig hinausgezögert, wenn nicht gar verhindert.

 

Nachfolgend finden Sie eine Pressemeldung der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Steffens, in der diese die Absicht des BMG, den Modellcharakter der Studiengänge Physiotherapie, Ergotherapie etc. um zehn Jahre zu verlängern, deutlich kritisiert. Auch unsere gemeinsame Pressemitteilung der im SHV vertretenen Verbände sowie weiterer Verbände als Reaktion auf die Äußerung der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Steffens finden Sie hier: