Zertifizierte Verordnungssoftware kommt am 01.01.2017

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Zertifizierte Verordnungssoftware kommt am 01.01.2017

18. November 2016 | 
Vertragsärzte, die zur Verordnung von Heilmitteln ihr Praxisverwaltungssystem nutzen, müssen ab Januar 2017 eine zertifizierte Software verwenden. Diese Regelung wurde im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz festgelegt.

Damit soll sichergestellt werden, dass alle verwendeten Softwareprodukte sämtliche Informationen enthalten, die Vertragsärzte für eine korrekte Verordnung benötigen. Die zertifizierte Software soll das Ausstellen einer Heilmittelverordnung erleichtern und den Verordnungsprozess insgesamt sicherer machen. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband haben dazu Anforderungen definiert und festgelegt, welche Informationen und Funktionen die Software bieten muss:

 

  • Die Verordnungssoftware enthält alle Informationen der Heilmittelrichtlinie inklusive des Heilmittelkatalogs – und zwar immer auf dem aktuellen Stand.
  • Die Software prüft die Plausibilität der eingegebenen Verordnungsdaten und gibt dem verordnenden Arzt einen Hinweis, wenn das Formular unvollständig ist. Zudem erhält der Arzt Hinweise, wenn beispielsweise die eingegebene Verordnungsmenge zu hoch ist oder bei einer Verordnung außerhalb des Regelfalls die medizinische Begründung fehlt.
  • Dem Arzt wird verbindlich angezeigt, wenn die Verordnung einen besonderen Verordnungsbedarf (Praxisbesonderheiten) oder langfristigen Heilmittelbedarf begründet.

So gleicht die Software bspw. auch den oder die eingegebenen ICD-10-Code/s mit dem eingegebenen Indikationsschlüssel und gegebenenfalls noch mit dem Alter des Patienten oder dem Verordnungszeitraum ab und zeigt an, wenn diese Daten einen besonderen Verordnungsbedarf begründen. Ein besonderer Verordnungsbedarf und ein langfristiger Heilmittelbedarf schützen den Arzt, weil solche Verordnungen im Falle einer Wirtschaftlichkeitsprüfung aus seinem Verordnungsvolumen herausgerechnet beziehungsweise gar nicht erst berücksichtigt werden.

 

Weitere Informationen dazu sowie ein Link auf eine Praxisinformation für Ärzte sind auf den Seiten der KBV abrufbar. Hier klicken.