Pressemitteilung: Rhein-Kolleg in Meckenheim erhält neue Struktur

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Pressemitteilung: Rhein-Kolleg in Meckenheim erhält neue Struktur

08. Oktober 2018 | 
Seit dem Jahre 1997 bestand die staatliche Anerkennung als Physiotherapieschule für das Rhein-Kolleg in Meckenheim. Nun erfolgte die Umstrukturierung des Betriebes, welche insbesondere die Beendigung des Schulbetriebes und Weiterführung des Fortbildungsbetriebes beinhaltet.

Die Umstrukturierung war auch die Folge von Ereignissen, welche sich zum Ende des Jahres 2017 bis zum Spätsommer 2018 ereigneten. Zum Ende des Jahres 2017 wurden Vorwürfe gegen Schüler und einen Lehrer der Physiotherapieschule Rhein-Kolleg erhoben, dass bei einer Prüfung zum Staatsexamen manipuliert worden sei. Schülern seien die Prüfungsfragen und Antworten noch vor der Prüfung bekannt gemacht worden. 

 

Das zuständige Gesundheitsamt entzog daraufhin die bereits an viele Schüler erteilte Berufserlaubnis, wertete jedoch die Examensprüfung nicht als „nicht bestanden“, sondern als „nicht stattgefunden“. 

Deshalb sollten die Schüler so gestellt werden, als hätte die erste Prüfung einfach nicht stattgefunden. Offenbar war die Behörde sich selbst unsicher über die Wertung des Sachverhalts. 


Eine Vielzahl der Schüler stellte sich dann erneut der Prüfung und bestanden diese. Gegen den Entzug der zunächst erteilten Berufserlaubnis klagten die meisten Schüler. Die Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dauern derweilen noch an.

 

 Das Rhein-Kolleg einigte sich mit dem betroffenen Lehrer auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu Beginn des Jahres 2018, weil jeglicher Verdacht der Akzeptanz eines Fehlverhaltens auszuräumen war.


Es kam in diesem Zusammenhang zu einem regen Austausch zwischen dem Trägerverein des Rhein-Kollegs in Form des Verband Physikalische Therapie (VPT) und der Bezirksregierung, welche die Aufsicht über die Schule geführt hat. Dabei sicherte der Trägerverein Transparenz und die Aufklärung der Vorkommnisse im Staatsexamen zu. 

 

Die Bezirksregierung äußerte zudem den dringenden Appell an den Trägerverein - losgelöst vom Ausgang der zu klärenden Sachverhalte - insbesondere organisatorische sowie personelle Konsequenzen in der Lehrerschaft und Führung der Schule zu ziehen. 

 

Beim Trägerverein wurde dann ein Krisenstab eingerichtet, welcher sich mit der Aufklärung beim Rhein-Kolleg beschäftigte.
In der Folge wurde eine Innenrevision an der Physiotherapieschule Rhein-Kolleg durchgeführt.

 

 Es wurde darüber hinaus im September das Arbeitsverhältnis mit dem Schulleiter des Rhein-Kollegs beendet. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Schulleiter stand, entgegen der unqualifizierten Berichterstattung in der Presse, nicht im Zusammenhang mit der Aufdeckung angeblicher Manipulation im Zusammenhang mit dem Staatsexamen.
Es hatten sich in diesem Zeitraum ferner Lehrer - noch während des Bestehens ihres Arbeitsverhältnisses mit dem Rhein-Kolleg - dazu entschieden, eine eigene Gesellschaft und Physiotherapieschule zu gründen. Lehrer luden gar Schüler und Eltern zu einer Informationsveranstaltung in neue Räumlichkeiten ein, bei der die Lehrer Werbung für die neue Schule machten, obwohl diese zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht über eine staatliche Zulassung verfügte und sogar die Gesellschaft, welche die Schule betreiben sollte, noch gar nicht gegründet war. 

 

Während dessen wurde in der Presse veröffentlicht, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses des Schulleiters deshalb erfolgt war, weil dieser in Bezug auf die Manipulationen personelle Konsequenzen gezogen und den entsprechenden Lehrer entlassen hatte.

 

 Diese Informationen waren jedoch frei erfunden und haben keinen Bezug zur Realität gehabt, wie der Schulleiter nun selbst bestätigte. 

 

Die Meldung einer möglichen Unregelmäßigkeit hatte nämlich bereits ein dreiviertel Jahr eben ein Schüler gegenüber dem Gesundheitsamt gemacht, welcher offenbar schon mit Lehrern des Rhein-Kollegs in Konflikt stand.
Auch die Bezirksregierung äußerte hier Vermutungen, welche aufgrund eines laufenden Gerichtsverfahrens unverständlich waren und ein dortiger Sachbearbeiter konfrontierte den Trägerverein mit Fragen, welche aus Sicht dieses unsachlich und nicht zur Klärung der Sach- und Rechtslage geeignet waren. Deshalb wurde gegen den entsprechenden Sachbearbeiter bei der Bezirksregierung Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht. 

 

Allerdings verlief die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung durchaus gut, weshalb die Äußerungen des einzelnen Sachbearbeiters umso verwunderlicher wirkten.
Da dann die Innenrevision strafrechtliche Anzeigen der ehemaligen Lehrer untereinander zu Tage brachte, insbesondere mit Vorwürfen des Mitführens von Jagdwaffen in der Schule und wegen Urkundenfälschung sowie wegen der absurden Situation, dass genau diese Lehrer die Planung für eine neue Schule vorgenommen hatten, obwohl diese noch in einem Arbeitsverhältnis zum Rhein-Kolleg standen, wurde seitens des Trägervereins die deutliche Konsequenz gezogen, den Schulbetrieb einzustellen. 

 

Die staatliche Anerkennung als Physiotherapieschule wurde wegen der Neuausrichtung des Rhein-Kollegs dann Ende September durch den Trägerverein zurückgegeben. Das Rhein-Kolleg verfügt nunmehr nicht mehr über Schüler oder Lehrer, sondern wird als Fortbildungseinrichtung für Physiotherapeuten weiter betrieben. Nach dem Weggang des Großteils der alten Belegschaft wurden nun personelle Verstärkungen im Betrieb des Rhein-Kollegs vorgenommen, um den Fortbildungsbetrieb in gewohnt hoher Qualität weiterlaufen zu lassen und sogar noch zu erweitern. Das Rhein-Kolleg freut sich somit weiterhin auf engagierte Therapeuten, welche ihr Wissensspektrum erweitern wollen.