Therapeuten am Ende?

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Therapeuten am Ende?

04. Juni 2018 | 
Unattraktive Jobs - Physiotherapeuten, Logopäden und Podologen wollen aus dem Beruf aussteigen.

(v.l.n.r.: Karl-Werner Doepp, Erika Doepp)

Unbesetzte Stellen in Physiotherapiepraxen, frustrierte Mitarbeiter – laut einer
Umfrage der Hochschule Fresenius denken 60 Prozent der in Deutschland als
Physiotherapeut, Podologe oder Logopäde arbeitenden Menschen darüber nach, ihren Job hinzuschmeißen.

 

Schlechte Löhne, die teure Ausbildung für diese Berufe ist oft lang und kostet ca. 16.000€ Schulgeld. Nach drei Jahren Fachschulausbildung und vielleicht noch
angeschlossenenm Studium können 1.800 bis 2.200 Euro Brutto verdient werden.

 

„Die Selbständigen werden durch immer mehr Bürokratie und Kosten -zuletzt durch die Datenschutz-Grundverordnung- finanziell in die Knie gezwungen und müssen, damit der Laden überhaupt noch läuft, bis in die Abendstunden arbeiten. Ganz zu schweigen von den nicht zu besetzenden Stellen durch den eklatanten Fachkräftemangel….“ beschwerte sich ein VPT-Mitglied anlässlich der Bezirksstellenversammlung am 25.05. in Olpe.

 

Frust und Resignation sitzten tief. Gerade mal 12 Mitglieder von über 300 der Bezirksstelle waren gekommen, obwohl u.a. Neuwahlen und das Thema Datenschutz auf der Agenda standen. Der bisherige Bezirksvorsitzende Karl-Werner Doepp und seine Stellvertreterin Erika Doepp wurden einstimmig wiedergewählt und erhielten den klaren Auftrag, Patienten, Krankenkassen und Ärzte für die Misere zu sensibilisieren und gemeinsam mit den anderen Berufsverbänden für Abhilfe zu sorgen. Herr Doepp hatte bereits ein entsprechendes Schreiben den Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW vorgelegt, aber bis dato überhaupt keine Resonanz erhalten.


Experten schlagen Alarm, die Politik versucht gegen zusteuern, doch ob das Ruder noch herum gerissen werden kann, bleibt ungewiss. Junge Menschen kehren dem Beruf den Rücken – arbeiten lieber als Ungelernte, weil sie dort mehr verdienen.