Wartezeitenbarometer Physiotherapie – zeitnaher Versorgungsbeginn im Juli eingeschränkt!

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Wartezeitenbarometer Physiotherapie – zeitnaher Versorgungsbeginn im Juli eingeschränkt!

19. Juli 2018 | 

2.077 Kolleginnen und Kollegen haben im Juli 2018 an der ersten Befragung zum Wartezeitenbarometer Physiotherapie teilgenommen. Aus allen Bundesländern sind Angaben zu Wartezeiten auf Termine und zur Suche von Mitarbeitern eingegangen. Das Ergebnis untermauert den Fachkräftemangel in der Physiotherapie – denn: Ein zeitnaher Beginn der Physiotherapie ist flächendeckend nicht gewährleistet.

„Ein Dankeschön an alle, die mitgemacht haben. Die Ergebnisse untermauern eindrucksvoll unsere Forderungen an die Politik, unseren Berufsstand zu stärken um den Fachkräftemangel entgegenzutreten“, erklärt Karl-Heinz Kellermann, Vorsitzender vom Verband Physikalische Therapie -Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) e. V.

 

Ergebnisse lassen Alarmglocken schlagen

 

Bei 51,7 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Praxen warten Patienten drei Wochen und länger auf einen Termin für Physiotherapie. Ist ein Patient auf einen Hausbesuch eines Therapeuten angewiesen, muss er in 66,3 Prozent der Praxen vier Wochen und länger auf den ersten Behandlungstermin zu Hause warten. Diese Zahlen sind alarmierend.

 

Fachkräftemangel - Praxisinhaber versuchen Abhilfe zu schaffen

 

72,7 Prozent der teilnehmenden Praxen waren im Juli 2018 auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Knapp 44 Prozent der Praxisinhaber haben Vollzeitstellen zu vergeben. Dieses Ergebnis deckt sich mit den aktuellen Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur für Arbeit: Die Zahl der arbeitslosen Physiotherapeuten ist im Juni 2018 im Vergleich zum Vorjahresmonat um weitere 5,8 Prozent gesunken.

 

Versorgungsdefizite aufzeigen – mit der Politik über Lösungen sprechen

 

Das Wartezeitenbarometer Physiotherapie soll fehlende Kapazitäten in der Physiotherapie aufzeigen. Gegenüber der Politik, den Krankenkassen und in der Öffentlichkeit belegen wir mit Zahlen den zunehmenden Fachkräftemangel in der Physiotherapie. Dieser hat nachweislich Auswirkungen auf die physiotherapeutische Versorgung der Menschen in Deutschland. Das kann die Politik nicht hinnehmen.

 

Konkret fordern wir von der Politik:

 

  • eine dauerhafte finanzielle Aufwertung unseres Berufs!
  • eine Modernisierung der Ausbildung!
  • bundesweite Schulgeldfreiheit!
  • eine Steigerung der beruflichen Autonomie und den Direktzugang des Patienten zum Physiotherapeuten!
  • Abbau von Bürokratie in der Therapie
  • Einbeziehung der Physiotherapeuten in die Gesundheitstelematik!

 

Über die Gespräche mit der Politik hinaus, beziehen wir ab August auch die Patienten und Angehörige in unsere berufspolitische Arbeit ein. Denn es geht um ihre physiotherapeutische Versorgung und den Anspruch, zeitnah erforderliche Therapien zu erhalten.

 

Patienten einbinden – Aktionen laufen bis Jahresende

 

Das Wartezeitenbarometer ist Teil eines Aktionspaketes, das ab August auch verstärkt die Patienten mit einbeziehen wird. Weitere Infos und Materialien dazu folgen spätestens Anfang August. Voraussichtlich bis Mitte Dezember sollen Patienten dann Wartezeiten auf Termine/Behandlungsbeginn, fehlende Hausbesuchskapazitäten, Verzögerungen durch fehlerhafte ausgestellte Verordnungen und zurückhaltendes Verordnungsverhalten der Ärzte an uns melden. Mehr zur Aktion und an wen sie sich richten wird, folgt spätestens zum Start Anfang August.

 

Nächste Umfrage beginnt am 06. August 2018

 

Das Wartezeitenbarometer soll keine Momentaufnahme sein. Deshalb wiederholen wir mindestens bis Jahresende die einwöchige Befragung jeweils in der zweiten Woche eines Monats. Die nächste Umfrage startet am 06. August – bitte jetzt schon vormerken! Wir weisen darauf hin, dass es uns wichtig ist, die jeweils aktuellen Wartezeiten darzustellen, um belastbare Aussagen zur regionalen Versorgungssituation zu erhalten.

 

  • Mit dieser Pressemitteilung haben wir die Öffentlichkeit über die Ergebnisse des 1. Wartezeitenbarometers Physiotherapie heute ebenfalls informiert.